Review: Firefight by Brandon Sanderson

Montag, 23. November 2015



Review zu Band #1

„Steelheart, der scheinbar unbesiegbare Tyrann des ehemaligen Chicago, ist tot – besiegt von David und den Rächern. Nun klafft dort, wo in David jahrelang der Wunsch nach Rache gebrannt hat, ein Loch, und er braucht endlich Antworten auf seine Fragen: Wo kommen diese sogenannten Epics her, Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten? Was macht sie so grausam? Und gibt es eine Zukunft für Davids Liebe zu einer von ihnen – zu Firefight? Eine abenteuerliche Reise quer durch Amerika beginnt...

***

Superhelden sind die Guten, sie kämpfen für Recht und Ordnung, setzen sich für die Schwachen ein und wollen die Welt ein bisschen besser machen. Genau das Gegenteil präsentiert uns Brandon Sanderson in dieser Welt der Epics, die nicht nur die Menschen unterdrücken und ausbeuten, sondern auch ihnen Unterlegene kontrollieren. Jeder Tag wird zu einem Kampf ums Überleben und der Glaube an das Gute in diesen Superhelden ist längst verloren. Nur wenige wagen es sich gegen sie zu erheben und für eine bessere Zukunft zu kämpfen. David ist einer von ihnen, ein Mensch ohne besondere Fähigkeiten und doch wagt er die Auseinandersetzung mit den Epics. Schon in „Steelheart“ war ich begeistert von diesem World Buildung und all den Details, die Brandon Sanderson in diese Welt und seine Bewohner steckt. Die Meinung über die Epics scheint gefestigt, doch in „Firefight“ wirft der Autor neue Aspekte auf und stellt ihre Grausamkeit in Frage. Das scheint wie ein Bruch zum Vorgängerband zu sein, aber die Neugierde ist geweckt und man will unbedingt herausfinden welche Menschen Epics mal waren und wie sie zu den Bösewichten wurden, die sie heute sind.

Sehr gut hat mir die Entwicklung von David gefallen. Nachdem er seine Rache bekam, steht er vor der Frage wie es für ihn weitergehen soll und wie er sich seine Zukunft vorstellt. Eine Person spielt dabei eine ganz besondere Rolle und man darf sich auf dieses Wiedersehen freuen, das doch anders verläuft, als man es sich vielleicht erträumt hatte. Um ehrlich zu sein hatte ich den Schwerpunkt dieser Fortsetzung erst woanders gesehen, war sogar ein bisschen enttäuscht, als man auf diese spezielle Entwicklung warten musste, aber schlussendlich hat Brandon Sanderson bewiesen, dass es genau so sein sollte und zum Schluss vieles Sinn ergibt und sich fügt. Die Lage erscheint immer wieder aussichtslos, düster und verloren. Doch David hat seinen Elan nicht verloren, kann angespannte Situationen auflockern und sorgt mit seinen unmöglichen und verdrehten Metaphern für gute Laune. Dass ich diese nicht mehr ganz so lustig fand wie in „Steelheart“ ist dabei fast nebensächlich.

„Steelheart“ war ganz auf die Situation und deren Entwicklung in Chicago ausgerichtet. Darüber vergisst man ein wenig, dass es in anderen Teilen der Welt anders aussehen könnte. In „Firefight“ wird der Handlungsort enorm erweitert und Brandon Sanderson wirft einen Blick auf New York bzw. kleine Orte, die man auf den Weg dorthin durchreist. Weg von der Stadt aus Stahl gibt es so vieles zu entdecken und man darf gespannt sein welchen Einfluss Epics anderswo haben. Es war mutig von Sanderson diesen Schritt zu wagen, von der vertrauten Umgebung wegzugehen und die Frage, wie sich Chicago nach Steelheart wohl verändern würde, gänzlich außen vor zu lassen. Und obwohl mir dieser Ortswechsel gefallen hat und ich die neue Perspektive mochte, hoffe ich doch, dass es im dritten Band zurück nach Chicago geht.

Anfänglich passierte nur wenig und darüber hinaus passte alles ein bisschen zu perfekt zusammen. Ich kann mich noch gut an all die Spannungshöhepunkte in „Steelheart“ erinnern und an die Angst, die den Auseinandersetzungen zwischen Menschen und Epics anhaftete. Jeder Teil der Geschichte endete mit einem kleinen Cliffhanger, wodurch man ständig neugierig auf das Kommende war. Es war ein regelrechter Nervenkitzel dieses Buch zu lesen und ähnliches hatte ich mir auch für diese Fortsetzung erwartet. Leider fehlen die erwarteten Spannungsbögen lange Zeit und obwohl es so viel Neues zu entdecken gibt, blieb der Autor einem dieses gewisse Extra schuldig. Erst zum Schluss hin konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und wollte so manche Entwicklung erst gar nicht glauben. Sanderson macht es noch mal spannend – diese eine Wende lässt mich fast aus der Haut fahren. Damit stellt er quasi alles auf den Kopf, aus böse wurde gut, aus gut wird böse oder etwa doch nicht? Die Aussicht auf den letzten Kampf erscheint unmöglich und bricht einem dabei auch noch das Herz. Well done, Brandon Sanderson.

Kommentare:

  1. Hallo Melanie ;-)
    Nachdem ich im Sommer "Der Rithmatist" von Brandon Sanderson gelesen habe, musste ich mir doch gleich "Steelheart" auf den Wunschzettel setzen. Deine tolle Rezension hat die Staubschicht auf diesem weggepustet und meine Neugier wieder freigelegt.
    Danke dafür.
    Liebst,
    Hibi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Hibi,
      awww, The Rithmatist fand ich auch genial! Steelheart hat noch ein bisschen mehr Tempo und Spannung, das wird dir sicher gefallen. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen!
      Liebe Grüße, Melanie

      Löschen
  2. Hey Melanie, ja ich weiß was du meinst - ging mir sehr ähnlich mit dem zweiten TEil. Ich war vom ersten echt geplättet und irgendwie erwartet man sich die gleiche tolle Reise dann auch in der Fortsetzung, aber die konnte leider nicht ganz so mithalten. Es war nett und gut, aber der letzte Funke hat noch gefehlt.
    Der schlimmste Moment war das Ende, als das mit dem Prof passiert ist - obwohl ich schon ständig darauf gewartet habe... aber nein, es ist tatsächlich so passiert. jetzt habe ich Angst vor dem letzten Teil. :D
    LG Tina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Genau, es soll mindestens so gut oder vielleicht sogar noch besser sein ;) ich bin mir aber sicher, dass Sanderson bei Band 3 nochmal Vollgas gibt. Und ja, so ein bisschen fürchte ich mich auch. Die letzte Entwicklung war schon unerwartet und die armen Nerven wurden sooo strapaziert.
      Liebe Grüße, Melli

      Löschen
    2. ja, das denke ich auch, mit Band 3 wird uns nochmal ein grandioser Teil bevorstehen. Hab da leider schon sehr hohe Erwartungen und hoffe, dass diese auch erfüllt werden :D

      Löschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.