Review: Every Kiss. Herz zu verlieren by Christina Lee

Donnerstag, 31. März 2016


SIE will nur ein Abenteuer. ER sucht die große Liebe.
Die zwanzigjährige Studentin Avery Michaels will mit Dates und festen Beziehungen nichts zu tun haben. Niemals wird sie – wie ihre Mutter – ihr Glück von einem Mann abhängig machen. Als sie auf einer Party den super heißen Tattoo-Künstler Bennett kennenlernt, will sie ihn – für eine Nacht. Doch Bennett lässt sie abblitzen. Er ist auf der Suche nach der großen Liebe, und er will mehr als nur ein Abenteuer für Avery sein. Als die beiden sich wider Erwarten immer näherkommen, erkennt Avery: Sie muss Bennett gehen lassen – oder ihm endlich ihr Herz öffnen.

***

Neu mag die Grundidee zwar nicht sein, trotzdem haben mir die getauschten Rollenbilder hier sehr gut gefallen. Während der Held an die große Liebe glaubt, will die Heldin davon nichts wissen. Sie will keine feste Bindung eingehen, sondern sucht das ständig wechselnde Abenteuer. Wie es sich nun für eine schöne Liebesgeschichte gehört, herrscht zwischen den Charakteren eine gewisse Spannung und als sie sich plötzlich öfters über den Weg laufen und mehr Zeit miteinander verbringen verändern sich auch ihre festgesetzten Regeln.

Mit Avery und Bennett hat Christina Lee zwei Charaktere geschaffen, die in ihrer Vergangenheit ähnliches durchlebt haben, aber ganz unterschiedlich darauf reagierten. Man sieht zwei Extreme vor sich, die sich zueinander hingezogen fühlen und nun  den für sie besten Mittelweg finden wollen. Hier und da erscheinen die Darstellungen zwar leicht übertrieben und etwas klischeehaft, aber das hat mich in diesem Fall nicht gestört. Ich mochte die entspannte und freundschaftliche Stimmung, die zwischen den Charakteren herrscht und war froh, dass die Autorin keinen zu ernsten Tonfall angeschlagen hat.

Etwas gewundert habe ich mich allerdings über Averys Berufswahl. Zu Männern möchte sie keine zu enge Bindung eingehen, bei der Arbeit lässt sie eine solche Nähe zu ihren Patienten aber zu. Es soll wahrscheinlich die weiche Seite an Avery zeigen, wirkte auf mich jedoch widersprüchlich. Darüber hinaus läuft dieser Handlungsstrang auf genau das hinaus, das man sich zu Anfang bereits denkt. Christina Lee versucht hier eine weitere emotionale Komponente unterzubringen, erreicht mich in dieser Beziehung gefühlsmäßig aber nicht.

Nichtsdestotrotz bietet „Every Kiss. Herz zu verlieren“ kurzweilige Unterhaltung, die nicht zu sehr in die Tiefe geht, sympathische Charaktere zeigt und auch nicht an erotischen Szenen spart. Einigen mag die Geschichte zu oberflächlich gehalten sein, und ja, sie hätte tatsächlich mehr emotionale Tiefe oder eine stärkere Ausarbeitung der Charaktere vertragen können, aber an manchen Tagen ist solch eine leichte Lektüre genau richtig.

Kommentare:

  1. Hallo du Liebe :)

    Ich selbst habe das Buch ja auch gelesen und hatte mich ehrlich gesagt richtig darüber gefreut. Leider war es absolut nicht mein Fall - total schade. Ich finde einfach, dass es mittlerweile zu viel Masse auf dem Markt gibt. :(

    Liebe Grüße
    Sarah

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Deinen Eindruck kann ich bestätigen - es gibt wirklich schon zu viel Ähnliches in diesem Bereich und nur wenige Autoren können ein gewisses Extra mitreinbringen und sich dadurch von der Masse abheben. Christina Lee hat das bei mir leider auch nicht geschafft :(
      Liebe Grüße, Melli

      Löschen