Momentaufnahme :: Der zweite erste Tag.

Donnerstag, 5. Mai 2016


An Neuanfängen kommt man nicht vorbei. Für mich stellen sie immer eine Herausforderung dar, da man nie wissen kann was genau auf einen zukommt und was erwartet wird. Als ich im Jänner den entscheidenden Anruf bekam konnte ich vor lauter Freude Luftsprünge machen. Die Ernüchterung ließ leider nicht lange auf sich warten und Panik mache sich breit. Gut, viele werden sagen, dass es vor dem ersten Arbeitstag immer der Fall ist und man sich alles erst in Ruhe anschauen sollte. Das dachte ich mir auch und habe den ersten Schritt gewagt. Nur wurde es nie besser. Jeden Tag aufs Neue musste ich mich überwinden diesen Schritt zu machen, jeden Abend fragte ich mich wie ich diesen Tag überlebt hatte. Diesen Tag in der Notaufnahme bzw. unfallchirurgischen Ambulanz. 

Ohne groß ins Detail gehen zu wollen, mir ging es in dieser Zeit nicht gut. Von einem Tag auf den anderen hatte sich alles geändert. Im Umgang mit Frisch- und Schwerverletzten und den damit verbundenen engen Patientenkontakt kam ich an meine emotionalen Grenzen. Ich wusste nicht wie ich damit umgehen sollte, hoffte es würde von selbst besser werden. Nichts hätte mich darauf vorbereiten können. Mein Studium am wenigsten, denn damit hatte meine Arbeit nun so gar nichts zu tun und ich hatte mich dabei auch ganz bewusst für diese Änderung entschieden. Naja, nun war ich in dieser Lage und wusste es muss sich etwas ändern, denn hier war ich fehl am Platz. Ein Wechsel kam früher als erwartet, aber doch zum perfekten Augenblick. Wieder änderte sich alles von heute auf morgen bzw. von Freitag auf Montag ;)

So hatte ich nun meinen zweiten ersten Tag und bin mit meinem neuen Arbeitsbereich so viel zufriedener. Ich habe das Gefühl angekommen zu sein, arbeite mit einem tollen Team zusammen und habe die Chance diese erst neu geschaffene Abteilung im Krankenhaus mit aufzubauen. Manchmal frage ich mich wie ich die Wochen davor überstanden habe und ob das wirklich passiert ist. Manchmal kann ich mein Glück kaum fassen, wenn ich in meinem neuen Büro sitze. Hier bin ich nun. Wieder entspannt und glücklich, kann wieder lachen und habe nicht ständig Angst vor dem was kommen mag. Und genau diese positive Stimmung möchte ich wieder auf all meine Lebensbereiche ausweiten und mit allen teilen. Durchhalten lohnt sich!
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen und erholsamen Feiertag und wir hören bzw. lesen uns bald wieder :)
Melanie

Kommentare:

  1. Hallo Melanie,

    schön, dass du jetzt glücklich an deinem Arbeitsplatz bist und eine neue Abteilung mit aufbauen darfst. Schließlich verbringt man in der Arbeit viel Zeit und dann sollte es schon passen.

    Alles Liebe von
    Sabine

    AntwortenLöschen
  2. Es freut mich, dass du den Mut zum Wechseln hattest und jetzt zufrieden bist. Manchmal muss man bestimmte Dinge erst wirklich erleben um herauszufinden, ob man mit ihnen zurecht kommt oder nicht.

    LG

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Melanie,
    manchmal denkt man, man macht das Richtige und bemerkt doch bald, dass es falsch war. Ich bin froh, dass du in der neuen Abteilung nun den Arbeitsplatz gefunden hast, den du dir erträumt hast!!! Wir verbringen soo viel Zeit dort, dass man sich dort einfach wohlfühlen sollte! Auch ich hatte einmal einen Job, der mir Magenschmerzen, Übelkeit und Kopfschmerzen bereitete...und das waren nur die Zeichen nach außen hin. Nun bin ich in einem sehr familiären Umfeld an meinem jetzigen Arbeitsplatz und finde es dort richtig gut!
    Liebe Grüße
    Martina

    AntwortenLöschen
  4. Wie schön, dass sich für dich alles noch zum Guten gewendet hat. Eine Arbeit, die man nicht ausführen mag, belastet doch das ganze Leben - umso besser, dass du nun wieder gern zur Arbeit gehst und dabei auch noch mit netten Kollegen zu tun hast. :)

    AntwortenLöschen
  5. Das feut mich aber wirklich total. Ich kenne solche Zustände, aber in meinen Job sind es meist nur Phasen von Wochen und Monaten. Dann folgt meist einen angenehmere Zeit. Vor allem wenn man frisch im Job ist, ist das aber doppelt so schwer zu ertragen. Schön, dass es für dich einen Ausweg gab und du dich nun viel wohler fühlst!
    Liebe Grüße
    Sunny

    AntwortenLöschen
  6. Danke für all euren lieben Kommentare ♡♡♡
    Es ist wie ihr sagt - man verbringt so viel Zeit in der Arbeit, da sollte man sich zumindest halbwegs wohl damit fühlen, ansonsten wird es zum täglichen Kampf und die Zeit vergeht nie. Und ich weiß es so zu schätzen, dass ich nun an diesem Punkt angelangt bin :)
    Viele liebe Grüße, Melli

    AntwortenLöschen
  7. Ich freue mich sehr, dass du nun eine für dich besser geeignete Arbeitsstelle gefunden hast! Wenn man sich von Tag zu Tag in die Arbeit quälen muss, ist das echt furchtbar. Umso schöner, wenn man dann wo ankommt, wo man sich wohlfühlt. :-)
    Nun muss ich aber doch noch neugierig fragen, wie es dich in ein Krankenhaus verschlagen hat. Hast du nicht Geschichte studiert?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hab ich. Aber mein Schwerpunkt in der HLW war damals Sozialverwalting und ich hab in dem Bereich früher viele Praktika gemacht und gearbeitet ua auch schon im Krankenhaus. Da bot es sich jetzt an. Weil mit meinem Studium hier etwas zu bekommen ist schwierig...

      Löschen
  8. Es tut so gut, zu hören, dass du wieder entspannter bist und den Alltag genießen kannst, fröhlich bist und einfach dein Leben wieder genießen kannst. Ich hatte mir so viele Sorgen um dich in der letzten Zeit gemacht, dass ich jetzt mal symbolisch für dich einen Konfetti-Regen veranstalte, damit du dein neues Lebensglück auch anständig genießen kannst. ;)

    Ich hoffe, das bleibt auch so. *Daumen drück*

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich fusel mir jetzt noch die Konfetti aus den Haaren ;)

      Ich bin zuversichtlich, dass es so bleibt :)

      Löschen
  9. Super, dass es dir da jetzt besser gefällt. Ich finde es auch toll, dass du es gewagt hast, einfach noch mal von vorne anzufangen, statt dich jeden Tag aufs Neue durch die Arbeit zu quälen, die einfach nicht dein Ding ist und mit der du nicht glücklich bist.
    Liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg! :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Auf Dauer hätte ich die andere Arbeit gar nicht geschafft (zumindest emotional, fachlich war ja alles in Ordnung ), daher war es nur eine Frage der Zeit. ..
      Danke! Und liebe Grüße zurück, Melli

      Löschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.